SEO Coach

So misst der SEO-Coach

Jede Zahl in diesem Werkzeug hat eine Herkunft. Auf dieser Seite steht sie. Wo wir schätzen, sagen wir es. Wo die Datenlage nicht reicht, zeigen wir keine Zahl, sondern sagen das.

Die Datenquelle

Alle Traffic-Aussagen stammen aus deiner eigenen Google Search Console: Einblendungen, Klicks und Positionen, so wie Google sie liefert. Wir erfinden keine Suchvolumina und kaufen keine Fremddaten zu. Wichtige Eigenheiten dieser Quelle, die wir berücksichtigen: Positionen sind Durchschnittswerte über viele Suchanfragen, seltene Suchanfragen werden von Google aus Datenschutzgründen ausgeblendet, und die Daten laufen zwei bis drei Tage nach.

Wann eine Klickraten-Aussage erlaubt ist

Eine Klickrate aus 13 Einblendungen ist Zufall, keine Messung. Deshalb entsteht ein Klickraten-Befund („deine Seite wird gesehen, aber zu selten geklickt") erst ab 100 Einblendungen im Zeitraum.

Herleitung: Bei 100 Einblendungen und einer üblichen Klickrate um 3 Prozent ist das 95-Prozent-Konfidenzintervall etwa 3 Prozentpunkte breit (Standardformel für Anteilsschätzungen). Das reicht, um „0 von 100 bei erwarteten 10 Prozent" als echtes Problem zu erkennen. Feiner wird es nicht, und feiner behaupten wir es auch nicht. Das ist keine Google-Norm, sondern unsere offengelegte Grenze.

Die Klick-Erwartung je Position

Für die Frage „wie viele Klicks wären auf dieser Position üblich" verwenden wir eine Erwartungskurve: rund 28 Prozent auf Position 1, stark fallend bis etwa 3 Prozent am Ende von Seite 1. Der Wert für Position 1 ist belegt (Backlinko/Semrush, 1,3 Millionen Seiten, Stand April 2025: 27,6 Prozent). Die Stufen darunter folgen der branchenüblichen Kurvenform, für die es keine einzelne verbindliche Quelle gibt. Seriöse Studien streuen bei Position 1 zwischen etwa 20 und 40 Prozent.

Deshalb behandeln wir die Kurve als Schätzung mit Sicherheitsabstand: Ein Befund entsteht erst, wenn deine Klickrate unter 60 Prozent der Erwartung liegt, und versprochen wird auch nur der Weg zurück zu diesen 60 Prozent. Was wir nicht als Problem melden würden, versprechen wir nicht als Gewinn. Jede Klick-Prognose im Produkt trägt das Wort „geschätzt".

KI-Antworten in der Suche drücken die Klickraten zusätzlich: Erscheint eine KI-Zusammenfassung, sinkt die Klickwahrscheinlichkeit auf ein klassisches Ergebnis messbar (Pew Research Center, Juli 2025, Browsing-Panel mit 68.879 echten Suchen: von 15 auf 8 Prozent, betroffen sind rund 18 Prozent der Suchen). Eine Positionskurve kann das nicht abbilden. Unser Sicherheitsabstand fängt einen Teil davon ab, und sobald genug eigene Verlaufsdaten vorliegen, ersetzen wir die fremde Kurve durch eine aus echten Daten gemessene.

Wann ein Positionsverlust zählt

Positionen schwanken täglich, auch ohne dass sich an der Seite etwas ändert. Ein Verlust gilt deshalb erst als Signal, wenn er größer ist als das übliche Rauschen, und die nötige Größe hängt von der Datenmenge ab: Bei 25 Einblendungen müssen es 10 Plätze sein, bei 100 Einblendungen 5, ab etwa 600 reichen 2. Je mehr Daten, desto feiner die Messung. Für Klickraten-Vergleiche zwischen zwei Zeiträumen verwenden wir einen statistischen Standardtest (Zwei-Proportionen-Test, 90-Prozent-Konfidenz), keinen festen Schwellwert.

Was ein „Quick Win" ist

Suchbegriffe auf Position 4 bis 20: sichtbar, aber unterhalb der drei Plätze, die die meisten Klicks bekommen. Position 4 bis 10 steht auf Seite 1 und hat hohe Priorität, Position 11 bis 20 steht auf Seite 2, wo ein Schub für Seite 1 reicht. Dieses Fenster ist Branchenpraxis („Striking Distance"), kein offizieller Standard, und die Begründung ist die Klick-Erwartungskurve oben.

Der SEO-Score

Der Score fasst deine offenen Chancen und Verluste aus den Google-Daten in einer Zahl zusammen: Basis 50, Bonuspunkte für Quick Wins und Kaufabsicht-Begriffe, Abzüge für signifikante Verluste und belastbare Klickraten-Lecks. Er ist eine erklärte Orientierungszahl, kein offizieller Google-Wert, und sagt nichts über Backlinks, Autorität oder lokale Sichtbarkeit.

Unter 100 Einblendungen im Zeitraum zeigen wir keine Note, sondern sagen, dass die Datenlage nicht reicht. Eine Website ohne Traffic bekommt bei uns keine erfundene 50, sondern den ehrlichen Hinweis, dass zuerst Struktur und Inhalt dran sind. Dieselbe Regel gilt im kostenlosen Prüfbericht: Unter 60 Prozent messbarer Prüfungen gibt es keine Gesamtnote.

Zeiträume bei kleinen Websites

Wenn 28 Tage zu wenig Daten liefern, senken wir nicht die Anforderungen, sondern verlängern den Blick auf 90 oder 180 Tage, bis genug zusammenkommt. Das hat einen ehrlichen Preis: Längere Zeiträume vermischen Saisoneffekte und reagieren träger auf frische Änderungen. Wo wir das tun, steht es dabei.

Was wir bewusst nicht tun

  • Keine Prozentzahlen aus einstelligen Einblendungen.
  • Keine Klick-Versprechen ohne das Wort „geschätzt".
  • Kein Score für Websites, über die Google zu wenig weiß.
  • „Nicht geprüft" ist bei uns ein eigener Zustand, nie eine Null und nie ein rotes Kreuz.
  • Markensuchen (Menschen, die dich schon kennen) fließen nicht in Chancen-Befunde ein.

Quellen

  • Google Search Console API (Einblendungen, Klicks, Positionen, deine eigenen Daten)
  • Backlinko/Semrush: „Google CTR Stats", Stand 16.04.2025, 1.312.881 Seiten
  • Pew Research Center: „Google users are less likely to click on links when an AI summary appears in the results", 22.07.2025
  • Zwei-Proportionen-Z-Test und Konfidenzintervall für Anteilswerte (Standardstatistik)